Freisprechungsfeier 2022
26 ehemalige Auszubildende des Metallhandwerks starten in ihr Berufsleben nach einer Ausbildung unter erschwerten Corona-Bedingungen. Wieviel Druck von den jungen Handwerkern abfiel, war bei der feierlichen Freisprechung am vergangenen Freitag (22. April) im Penthouse des Berufsbildungszentrums der Handwerkskammer für Unterfranken zu spüren. Zum ersten Mal seit zwei Jahren konnte die Metall-Innung Mainfranken-Mitte wieder Familienangehörige und Freunde zur Freisprechungsfeier einladen, sehr zur Freude von Obermeister Detlef Lurz.
Festredner Johannes Keppner, der die Veranstaltung moderierte, stimmte in seiner Rede die jungen Frauen und Männer darauf ein, dass zwar ihre Ausbildung beendet sei, nicht aber die Zeit des Lernens. Der Radiomoderator gratulierte den jungen Gesellinnen und Gesellen zu ihrem Abschluss und zu ihren grandiosen Berufsaussichten. „Alle Unternehmen suchen branchenübergreifend im Moment händeringend nach gut ausgebildeten Facharbeitern. Sie haben so viele Möglichkeiten wie seit Jahrzehnten nicht mehr.“ Trotz der guten Berufsaussichten fliege einem der Erfolg nicht einfach so zu. Immer wieder Neues dazu lernen, sich neuen Herausforderungen stellen und bei allem die Leidenschaft zum Beruf erhalten – das gab er den ehemaligen Auszubildenden mit auf ihren Weg in den Beruf. Wichtige Stationen dabei sind Teamgeist, Kreativität und durchaus auch Fehler. „Setzt euch erreichbare Ziele, sucht euch dazu euer Team zusammen oder baut euch euer Netzwerk auf. Seid kreativ und habt keine Angst vor Fehlern, denn jeder Fehler hat das Potential etwas Großartiges zu werden“ so Keppner.
„Endlich wieder eine Freisprechung in Präsenz. Mensch, wie haben wir das vermisst!“, so persönlich begrüßte der Vizepräsident der Handwerkskammer für Unterfranken (HWK), Josef Hofmann, die Gäste. Er dankte den Eltern, Lehrern und den Mitgliedern des Prüfungsausschusses für die Unterstützung der jungen Metallhandwerker während ihrer Ausbildung und gratulierte den jungen Gesellen im Namen der HWK zu ihrer bestandenen Prüfung. „Ab heute seid ihr Metaller! Ihr seid die Basis, ohne euch läuft nichts, keine Maschine, keine Innovation“, so Hofmann. Er schloss sich den Worten seines Vorredners an, indem er betonte, dass sich Leidenschaft, Kreativität, Fleiß und Ehrgeiz im Beruf auszahlen. Auch Investitionen in Wissen und Kompetenzen seien Garanten für beruflichen Erfolg.
Obermeister Detlef Lurz lobte den Fleiß, das Durchhaltevermögen und das Verantwortungsbewusstsein der ehemaligen Auszubildenden, das sie die vergangenen Jahre gezeigt haben. Gleichzeitig erinnerte er die jungen Metallhandwerker jedoch daran, dass der Gesellenbrief lediglich ein Zeugnis der Grundausbildung ist. Beruflicher Erfolg stelle sich damit nicht automatisch ein, sondern muss durch ständige Weiterbildung gefestigt werden. Lurz erläuterte mit einer Parabel, dass ständige Weiterbildung zur Tradition des Handwerks gehört: Ging ein Gesell im Mittelalter auf die Walz und sprach bei einem Meister vor, so wurde er gefragt, ob er Schlosser ist. Mit der Antwort „Stück davon“ brachte er dann zum Ausdruck, dass er diesen Beruf erlernt hat, aber jeden Tag Neues dazu lernt.
Mit einer Urkunde und einem Geldgeschenk belohnte die Metall-Innung die besonderen Leistungen der Prüfungsbesten. Die Innungsbesten bei den Metallbauern, Fachrichtung Konstruktionstechnik sind Paul Ullwer aus Giebelstadt (Ausbildungsbetrieb SHK Metall GmbH & Co.KG, Kirchheim), Johannes Wander aus Helmstadt (Ausbildungsbetrieb Metallbau Thomas Kuhn, Greußenheim) und Markus Neuffer aus Gaildorf (Ausbildungsbetrieb Caritas Don Bosco gGmbH, Würzburg). Bei den Feinwerkmechanikern, Schwerpunkt Maschinenbau, erzielten die besten Ergebnisse Michael Morche aus Dettelbach (Ausbildungsbetrieb Kinkele GmbH & Co.KG, Ochsenfurt), Maximilian Ott aus Prichsenstadt und Florian Plötz aus Lülsfeld (Ausbildungsbetrieb beide Göpfert Maschinen GmbH, Wiesentheid).
Der Innungsbeste im Ausbildungsberuf Feinwerkmechaniker, Schwerpunkt Zerspanungstechnik war Toni Burger aus Schwarzach (Ausbildungsbetrieb M. Reuss GmbH Modell- und Formenbau, Schwarzach).
Foto: Ausma Salaws
Die Innungsbesten 2022 der Metall-Innung Mainfranken Mitte: (von vorne links) Paul Ullmer, Johannes Wander, Maximilian Ott, (von hinten rechts) Michael Morche, Toni Burger und Florian Plötz. Es gratulierten (links) Alexander Koller (Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses Konstruktionstechnik), (2. Von rechts) Obermeister Detlef Lurz und (rechts) Edwin Gernert (Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses Feinwerkmechanik).
Nicht auf dem Foto ist Innungsbester Markus Neuffer.