Freisprechung 2021
Sie haben ihre Ausbildung unter erschwerten Bedingungen durchgezogen und am Ende hielten sie stolz den Gesellenbrief in der Hand: 26 junge MetallbauerInnen / FeinwerkmechanikerInnen verabschiedete Detlef Lurz, Obermeister der Metall-Innung Mainfranken-Mitte, am Freitag (3. September) aus der Lehrzeit. Die Freisprechung der Metall-Innung im Penthouse des Bildungszentrums der Handwerkskammer für Unterfranken in Würzburg war aufgrund der Corona-Auflagen nicht so gesellig wie in den Jahren davor, dafür aber nicht weniger feierlich. Detlef Lurz und sein Team ließen es sich nicht nehmen, die ehemaligen Auszubildenden zu einem gebührenden Abschluss ihrer Lehrzeit einzuladen.
Radiomoderator Johannes Keppner (Radio Gong) führte durch die Veranstaltung und dankte in seiner Begrüßung allen, die diese Veranstaltung als Präsenzveranstaltung möglich machten.
„Hut ab, was Sie unter diesen Bedingungen geschafft haben“, beglückwünschte Gerhard Hecht, Leiter der Berufsschule Main-Spessart, die jungen MetallhandwerkerInnen, im Namen der Berufsschulen. Die Auszubildenden haben Corona bedingt auf Vieles verzichten müssen, auch auf Lerninhalte, so Hecht. Allen Beteiligten sei klar, dass diese im beruflichen Alltag nachgearbeitet werden müssen. Er sehe in der Pandemie auch positive Aspekte. So hätten die jungen Erwachsenen einen „scheinbar nicht enden wollenden Stresstest“ beindruckend bestanden. Sie lernten nicht nur, sich selbst zu organisieren, sondern übernahmen Verantwortung für sich und andere.
Auch Gastredner Josef Hofmann, Kreishandwerksmeister, zog seinen Hut vor den Leistungen der „Corona-Klasse“. „Ihr seid die Basis, ohne euch läuft nichts, keine Maschine, keine Innovation“, betonte Hofmann die wirtschaftliche Schlüsselrolle der jungen Frauen und Männer. Jetzt sei es für die HandwerkerInnen an der Zeit, diese wichtige wirtschaftliche Position in beruflichen Erfolg umzumünzen. Nicht nur ständige Investitionen in Wissen und Kompetenzen, sondern auch Leidenschaft, Ehrgeiz, Kreativität und vor allem Fleiß seien hierfür notwendig. „Ihr seid Metaller – darauf könnt ihr stolz sein!“ Hofmann lobte die Metall-Innung für ihre Engagement, trotz aller Umstände eine Freisprechungsfeier zu ermöglichen. Dies zeige die Wertschätzung der Metall-Handwerker für ihren Berufsnachwuchs.
Welche schwierige Zeit hinter den ehemaligen Auszubildenden lag, und welche Herausforderungen noch auf sie zukommen könnten, versuchte Obermeister Detlef Lurz in Worte zu fassen bevor er die ehemaligen Auszubildenden feierlich von ihrer Lehrzeit frei sprach. „Unser Wissen um die Welt verdoppelt sich in immer kürzeren Abständen. Was heute gut ist, kann morgen schon unwirtschaftlich sein“, so Lurz. Die Flut von Informationen ist enorm. „Ausruhen ist nicht drin.“ In dieser Situation die Work-Life-Balance zu finden ist nicht einfach. „Doch eines bleibt: work finanziert life “, lautete sein Fazit. Stetige Weiterbildung und harte Arbeit sind deshalb unabdingbar. „Am Anfang lernt jeder allein, dann lernen wir von einander und schließlich lernen wir als Team“, beschrieb der Obermeister die Jahrtausende alte Tradition der Metallhandwerker, wonach sich ein guter Geselle dadurch auszeichnete, dass er erkannte, nur „ein Stück“ seines Berufes zu können und bereit war dazu zu lernen.
Mit einer Urkunde und einem Geldgeschenk wurden die Innungsbesten für ihre Leistungen geehrt. Im Bereich Feinwerkmechanik, Schwerpunkt Maschinenbau, waren Arthur Schmiedel aus Wiesentheid (Ausbildungsbetrieb Göpfert Maschinen GmbH, Wiesentheid), Max Schwerd aus Würzburg und Mike Henig aus Ochsenfurt (beide Ausbildungsbetrieb Kinkele GmbH & Co.KG, Ochsenfurt) die Besten. Annika Winkler aus Würzburg (Ausbildungsbetrieb Metz Stahl- und Metallbau GmbH & Co.KG, Würzburg), Tobias Kaufmann aus Würzburg (Ausbildungsbetrieb Metallbau Joachim Röder, Veitshöchheim) und Tobias Brünn aus Veitshöchheim (Ausbildungsbetrieb Hubmann Stahl- und Metallbau GmbH, Höchberg) sind die Innungsbesten im Bereich Metallbauer, Fachrichtung Konstruktionstechnik.
Foto: David Salaws
Die Prüfungsbesten wurden für ihre Leistungen besonders geehrt. Dies sind (von links) Arthur Schmiedel, Tobias Brünn, Tobias Kaufmann, Annika Winkler und Mike Henig. Es gratulierten (von links, hinten) Obermeister Detlef Lurz, Alexander Koller (Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses Konstruktionstechnik) und Edwin Gernert (Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses Feinwerkmechanik). Max Schwerd fehlt auf dem Foto.