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Freisprechung 2020

Freisprechung 2020

Ohne Familienangehörige, ohne großes Rahmenprogramm, aber trotzdem sehr persönlich und fast schon familiär: So verlief die Freisprechung der Metall-Innung Mainfranken Mitte am vergangenen Freitag (2. Oktober) im Penthouse des Bildungszentrums der Handwerkskammer für Unterfranken in Würzburg. Obermeister Detlef Lurz und sein Team ließen sich von den strengen Hygieneauflagen nicht abschrecken, die ehemaligen Auszubildenden zu einem feierlichen Abschluss der Lehrzeit einzuladen.

Es war bereits der zweite Anlauf für die Freisprechung in diesem Jahr, denn die traditionell im Frühjahr geplante Feier musste wegen der damals hohen Infektionszahlen abgesagt werden. Auch am Freitag sorgte das Coronavirus dafür, dass die Feier nicht wie gewohnt stattfinden konnte: Keine Familienangehörigen, keine zahlreichen Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft, kein Büffet, keine Livemusik. Und trotzdem kamen von 55 Freizusprechenden immerhin 28, um ihren Gesellenbrief persönlich entgegenzunehmen.

Radiomoderator Johannes Keppner (Radio Gong) führte durch die Veranstaltung und hielt auch die Festrede. Er zeigte anhand seines Werdegangs auf, welche Eigenschaften und Vorrausetzungen ganz allgemein für beruflichen Erfolg nötig sind: Leidenschaft für die Arbeit, sich immer wieder erreichbare Ziele setzen und sie auch umsetzen, Kreativität sowie die Bereitschaft, immer wieder dazu zu lernen. „Sucht euch ein gutes Team und baut euch Netzwerke auf“, so Keppner. „Habt auch den Mut, Fehler zu machen. Denn Fehler haben das Potential, Veränderungen herbeizuführen“, lautete sein Appell an die jungen Handwerker.

Neben Johannes Keppner gratulierte auch Kreishandwerksmeister Josef Hofmann den Freigesprochenen. Ganz besonders stellte er die Wertschätzung der Metall-Innung für die jungen Handwerker heraus, weil sie trotz der Umstände diese Feier möglich machte. „Ihr seid die Basis, ohne euch läuft nichts, keine Maschine, keine Innovation“, so Hofmann. Er schloss sich den Worten seines Vorredners an, indem er betonte, dass sich Leidenschaft, Kreativität, Fleiß und Ehrgeiz im Beruf auszahlen. Auch Investitionen in Wissen und Kompetenzen seien Garanten für beruflichen Erfolg.

Gerhard Schenkel, Leiter der Franz-Oberthür-Schule in Würzburg, überbrachte den Gästen stellvertretend für die staatlichen Berufsschulen die besten Wünsche zur erfolgreichen Berufsausbildung. „Sie gehören zurzeit zu den beliebtesten Menschen im Land, denn Handwerker sind gesucht“, so Schenkel. Auch er betonte, wie wichtig Leidenschaft, Kreativität und Lernbereitschaft für den Beruf sind. Wie sein Vorredner Josef Hofmann, dankte Schenkel den Eltern, Lehrern und Ausbildungsbetrieben für deren Unterstützung.

Welche schwierige Zeit hinter den ehemaligen Auszubildenden lag, und welche Herausforderungen vor ihnen liegen, versuchte Detlef Lurz, Obermeister der Metall-Innung Mainfranken-Mitte, in seiner Rede in Worte zu fassen. „Unser Wissen um die Welt verdoppelt sich in immer kürzeren Abständen. Was heute gut ist, kann morgen schon unwirtschaftlich sein“, so Lurz. Die Flut von Informationen ist enorm. „Ausruhen ist nicht drin.“ In dieser Situation die Work-Life-Balance zu finden ist nicht einfach. „Doch eines bleibt: work finanziert life und nicht andersrum“, lautete sein Fazit. Stetige Weiterbildung und harte Arbeit sind deshalb unabdingbar. Aber: Welches Virus kommt als nächstes? Ist die Talfahrt schon erreicht? Fragen, die den Obermeister selbst sehr beschäftigen und die er den jungen Handwerkskollegen unbeantwortet mit auf den Weg gab.

Mit einer Urkunde und einem Geldgeschenk wurden die Innungsbesten für ihre Leistungen geehrt. Im Bereich Feinwerkmechanik, Schwerpunkt Zerspanungstechnik, erreichten Moritz Klüpfel aus Oberpleichfeld und Stefan Rüth aus Obernbreit (beide Ausbildungsbetrieb M. Reuss GmbH Modell- und Formenbau, Schwarzach) die besten Prüfungsergebnisse. Ebenfalls im Bereich Feinwerkmechanik, allerdings Schwerpunkt Maschinenbau, waren Daniel Korbacher aus Heidenfeld, Kilian Herget aus Eibelstadt (beide Ausbildungsbetrieb Kinkele GmbH & Co.KG, Ochsenfurt) und Tim Hilpert aus Geiselwind (Ausbildungsbetrieb Göpfert Maschinen GmbH, Wiesentheid) die Besten. Jakob Baumann aus  Arnstein (Ausbildungsbetrieb SMB Stahl- und Metallbau GmbH, Arnstein), Thomas Straube aus Hausen (Ausbildungsbetrieb Metz Stahl- und Metallbau GmbH & Co.KG, Würzburg) und Benjamin Roth aus Würzburg (Ausbildungsbetrieb Metallbau Kanler & Seitz GmbH, Geiselwind) sind die Innungsbesten im Bereich Metallbauer, Fachrichtung Konstruktionstechnik.

Foto: Ausma Salaws

Die Prüfungsbesten wurden für ihre Leistungen besonders geehrt. Dies sind  (von links, vorne) Jakob Baumann, Daniel Korbacher und Moritz Klüpfel. Es gratulierten (von links, hinten) Alexander Koller (Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses Konstruktionstechnik), Obermeister Detlef Lurz und Edwin Gernert (Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses Feinwerkmechanik).