JHV 2026: Unveränderte Mitgliedszahlen aber mehr Auszubildende
Jahreshauptversammlung der Metall-Innung – Obermeister Petry: Auftragslage trotz geopolitischer Risken derzeit gut
„Wir haben mit 66 Innungsbetrieben unveränderte Mitgliedszahlen und gleichzeitig leicht steigende Lehrlingszahlen.“ Das betonte Wolfgang Petry, Obermeister der Metall-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Innung. “Die Auftragslage ist tatsächlich nach einigen verhaltenen Monaten wieder gut“ fügte er - ohne auf aktuelle geopolitischen Risiken einzugehen - hinzu. In der Innung stehe man finanziell gut da. Er ging vorausschauend auf Umbrüche in der Dachorganisation der heimischen Innung, der Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land (Kreiha), im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Mai, ein.
Stellvertretender Obermeister Fritz Graßl sensibilisierte auf die Tücken bei telefonischer Auftragserteilung. Bestehe hier doch ein 14-tägiges Widerrufsrecht für die privaten Verbraucher wie er deutlich machte. „Da sind schon viele auf die Nase gefallen“ betonte Graßl und ergänzte: „Je weiter es nach München geht umso schlimmer wird es.“
Die Jahresrechnung 2025 legte Dagmar Sinzinger von der Kreiha vor. Den Einnahmen im hohen fünfstelligen Bereich (insbesondere Mitgliedsbeiträge und Prüfungsgebühren) standen Ausgaben in ähnlicher Höhe gegenüber. Die Innungsmitglieder beschlossen nach dem positiven Votum der beiden Rechnungsprüfer Michael Kettenberger jun. und Andreas Brand die Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung. Auch der im Nachgang präsentierte Haushalt für das laufende Jahr wurde einstimmig verabschiedet. Diskussionen gab es um die Frage, ob die Verbandskosten für die Innung angemessen seien, was insbesondere Kettenberger unter Zustimmung von Obermeister Petry kritisch hinterfragte und verneinte.
An Neuwahlen standen in diesem Jahr lediglich die Bestätigung des Rechnungsprüfungsausschusses an. Hier votierten die anwesenden Mitglieder wieder einstimmig für das Prüferduo Kettenberger und Brand.
Petry stimmt auf Führungswechsel ein
Obermeister Petry stimmte die Mitglieder darauf ein, dass er sich bei der nächsten Turnuß gemäßen Wahl nicht mehr zur Verfügung stellen werde. „Die Innung muss sich neu erfinden“ sagte er mit Blick auf die Verbandsarbeit, die er zum Teil deutlich kritisierte. Er halte an der Innung und Kreishandwerkerschaft als wichtige Institutionen für das heimische Handwerk fest, wolle aber nicht mehr für die Zusammenarbeit mit dem Verband verantwortlich sein. Sein Stellvertreter Graßl sprang spontan ein und betonte seine Bereitschaft das Ehrenamt für eine oder maximal zwei Amtsperioden zu übernehmen. Geschäftsstellenleiterin Deneri warb für eine geregelte Nachfolge, um auch weiterhin die Ausbildungs- und Prüfungshoheit in der Innung zu belassen.
Die Innungsmitglieder nutzten vor der Innungsversammlung die Möglichkeit eines gemeinsamen Besuches des Bergbaumuseums Achthal, in dem 500 Jahre Industrie- und Bergbaugeschichte „lebendig“ gemacht wird.
Viele Ehrungen
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung ehrte die Innung langjährige Mitglieder die schon zum Teil über viele Jahrzehnte Mitglied in der Handwerkervereinigung sind. Geehrt wurden: 10 Jahre Innungsmitgliedschaft: Maschinenbau Georg Stief (Wonneberg), Max Maierhofer Metall- und Maschinenbau (Waging). 20 Jahre: Metallbau Bodenstein (Marquartstein), Stahlbau Klapfenberger (Trostberg), Bau- und Kunstschlosserei Hubert Weber (Bischofswiesen). 35 Jahre: Schlosserei und Metallbau HD Dorfhuber (Palling), Schlosserei und Spenglerei Karl Surrer (Mitterfelden). 40 Jahre: Schlosserei Fritz Mayer (Bad Reichenhall). 45 Jahre: Metall- und Maschinenbau Heinz (Traunstein). 75 Jahre: Metallbau Fritz Graßl (Traunstein).
awi
Bildtext:
Ehrung für langjährige Innungszugehörigkeit (von links): Hubert Weber, Karl-Heinz Thaler, Fritz Graßl und Obermeister Wolfgang Petry.